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Der blanke Schrecken!

pH Wert im Garnelenbecken

Es ist mal wieder Gruselzeit. Hunderte von Kindern machen sich in der Dämmerung auf den Weg, ihre kleinen Taschen aus umweltfreundlichem Jutestoff mit den begehrten Süßigkeiten zu füllen. Da klingeln dann mit Muttis rotem Lippenstift verzierte Grusel-Astronauten, Grusel-Indianer und Grusel-Zauberfeen an den Türen; schließlich passt vielen ja noch das Faschingskostüm aus dem Februar. Die ganz mutigen Bälger klingeln sogar ein zweites Mal, obwohl unser Hund die kleinen Erpresser (Süßes sonst Saures) bereits mit lautstarkem Gebelle und Gegrummel in die Flucht kläffen möchte – hierbei trägt sie natürlich ihr Grusel-Hundefell.
Was für ein schreckliches Vorabendprogramm…
Halloween kennen meine Garnelen zwar nicht, aber eine Zeit des Schreckens. Immer, wenn der Messstreifen für den pH-Wert ins Wasser taucht, steigt im Nanobecken die Anspannung wie bei einem Schwangerschaftstest.
Nach sekundenlanger Stille dann die orangefarbene Entwarnung: „Kein Grund, um sauer zu sein!.“

„Tier-Liebe…“

Garnelen haben statt Heizstab Vibrator im Nanobecken
Sie werden für viel Geld schick herausgeputzt und dürfen sich nur mit den edelsten Arten verpaaren. Ihre zahnlosen, schreienden Babies zählen bereits nach dem Schlupf zu den Auserwählten der Top-Elite und dürfen, vorausgesetzt, sie entwickeln sich prächtig, vielleicht irgendwann sogar mit dem Prädikat „ausgezeichnet“ versehen werden. Garnelen und Fische züchten ist schon ein spannendes Hobby. Da ist einem Halter natürlich auch gerade mal das Beste gut genug.

Ausgerüstet mit einem einem eigenen Schaubecken, einem Kanister super eingestelltes Wasser, gereinigtem Filter und funktionierendem Heizstab, machen sich die Halter der wertvollen aquaristischen Topmodels auf die Reise von Messe zu Messe, von Championat zu Championat, um das Regal über dem Aquarium mit diversen Pokalen und Auszeichnungen aufzufüllen. Na gut, vielleicht nicht ganz und vielleicht nicht immer. So manchesmal kann man froh sein, dass sich die Wirbellosen und Grätenträger nicht lauthals bei den Veranstaltern beschweren können. Zugegeben, die meisten Halter werden sicherlich das Wohl ihrer kleinen plätschernden Wasserbewohner im Auge haben und sich tierlieb verhalten. Die anderen sollten vielleicht lieber das Hobby wechseln.

Meine kleinen Nanobeckenbewohner jedenfalls brauchen nicht zu fürchten, dass sie auf den Laufsteg müssen. Sie gefallen mir so, wie sie sind – Garnelen eben…

 

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